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Die Entdeckung der Langsamkeit – unsere erste Reise mit Baby

Reisen mit Baby

Es gibt immer ein erstes Mal und nachdem wir zu Dritt waren, stand kurze Zeit später unsere Reisepremiere als Familie an. Reisen mit Baby, noch nicht mal sechs Monate alt und dann noch ins Ausland fliegen, muss denn das sein? Nicht jeder teilte unsere Vorfreude und ganz ehrlich, etwas unsicher waren wir auch.

Vielleicht fragt Ihr Euch, ob ich nach 10 Jahren melancholisch werde und sehnsüchtig auf die Babyzeit schaue, weil der Große langsam flügge wird. Nein, nein, keine Sorge, diese Reise in die Vergangenheit habe ich Ellen vom Familienreiseblog PATOTRA zu verdanken, die zur Blogparade „Unser erstes Mal“ aufgerufen hat. Und da bin ich gerne dabei, denn diese Premiere war der Grundstein für alle weiteren Reisen.

Wir haben eine Weile überlegt, wohin es gehen soll. Klar war, wir fliegen und bleiben in der Nähe, also ca. zwei Stunden Flugzeit. Das Rennen machte Kroatien, wir suchten uns ein nettes Hotel für eine Woche und fertig. Als es endlich los ging, war der Koffer voll mit Windeln, Babyphone, Ersatzschnuller und Erste Hilfe-Kit. Für den Kinderwagen waren wir mit Folie und Klebeband bewaffnet. Der Flug lief für uns Drei easy, wir hatten eine Reihe für uns allein, wurden von den Germania-Damen nett umsorgt und ich konnte den Junior bei Start und Landung stillen, zwischendrin schlief er brav.

Rucksack und Hostel war früher, jetzt war der Koffer voller Windeln

Als wir im Hotel ankamen, fühlte sich diese neue Art des Urlaubs ziemlich fremd an. Während wir im Vorjahr noch mit dem Rucksack durch Schottland fuhren, checkten wir jetzt in einem 4*-Hotel mit Halbpension ein. Die wenigen Gäste (überwiegend Belgier) waren sehr nett und doppelt so alt wie wir. Da ist so ein Baby natürlich der Star und zieht die Aufmerksamkeit auf sich, wann immer wir auf der Bildfläche erschienen.

Da ich ja immer etwas hibbelig bin, musste ich schnellstmöglich den Ort checken und der war eine Punktlandung.

Cavtat liegt 18 Kilometer südöstlich von Dubrovnik an einer malerischen Bucht mit einer schnuckligen Hafenpromenade. Das Hotel hatte die optimale Entfernung für einen Spaziergang zum Hafen und fast alle Wege waren kinderwagentauglich. Schnell hatten wir an der Hafenpromenade unser Lieblingscafé gefunden und steuerten dies täglich an.

Cavtat_Urlaub mit Baby

Cavtat

Cavtat_Kroatien_Reisen mit Baby

Cavtat

So war anfangs unser Tagesrhytmus durch den Miniurlauber bestimmt, mit Kinderwagengassi, Schlaf- und Stillphasen. Die Tage waren ruhig und entspannt, meine Sorgen, dass alles aus dem Ruder läuft, waren völlig unbegründet. Ganz im Gegenteil, der Sohnemann schlief viel besser als zu Hause und wir wagten uns abends sogar mal an die Bar, obwohl dem Babyphone nicht zu trauen war.

Nach ein paar Tagen machten wir uns mit dem Linienbus auf den Weg nach Dubrovnik. Blöd nur, dass alle Bus-Eingänge in der Mitte eine Art Handlauf hatten und der Kinderwagen nirgendwo durchpasste. Netterweise bekamen wir schnell Hilfe und kurzerhand wurde er von zwei starken Männern darüber hinweggehoben.

Dubrovnik ist ein absoluter Traum mit einer wunderschönen Altstadt. Von den Kriegsschäden hat sich die Weltkurerbe-Stadt inzwischen erholt. Wer durch die altehrwürdigen Mauern schreitet, taucht in eine andere Welt ein.

Dubrovnik_Reise mit Baby
Reisen mit Baby_Dubrovnik
Dubrovnik_Reise mit Baby

Wir hatten das Glück, dass gerade ein Blasmusikfestival stattfand und eine Kapelle nach der anderen durch die Gassen zog. Das störte unseren Minimann nicht im Geringsten, er schlief den Schlaf der Gerechten, er trank ordentlich und wurde auf dem Marktplatz gewickelt. Ihm haben wir einen wunderbaren Tag in Dubrovnik zu verdanken. Für den Rückweg nach Cavtat nahmen wir statt den Bus das Boot, lange abwägend ob es zu riskant ist. Nein war es nicht, es war herrlich.

Dubrovnik_Reise mit Baby

Dubrovnik

Mein Resümee unserer ersten Reise. Wunderbar, ich hätte nicht gedacht, dass es so unkompliziert ist. Aus meiner heutigen Sicht, finde ich es viel einfacher, mit einem Baby zu reisen, als später mit einem Kleinkind. Es schläft viel, braucht kaum Klamotten und solange es gestillt wird, spart man sich das ganze Fläschchen- und Gläschengedöns.

Natürlich war es auch eine Phase der Gewöhnung, vor allem für mich. Ruhiger treten und weniger Aufregendes zu erleben. Aber manchmal ist weniger eben mehr.

Und wie war Euer erstes Mal so?

5 Kommentare

  1. Pingback: 2015 in Wort, Bild und Suchanfragen - Rückblicke und Blogempfehlungen | Finding Hummingbirds

  2. Ohh toll und spannend zu lesen. Meinetwegen kann es mehr von diesen Berichten geben. Auch von der Zeit wo ihr dann schon zu viert wart. Ein Baby und ein kleines Kind..wie war das?
    Das der Nachwuchs den Trouble etwas raus nimmt, hat ja auch sein gutes. Endlich mal nicht alles sehen und erleben „müssen.“ 🙂

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