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Unser größter Reiseflop – manchmal will man einfach nur nach Hause

Reiseflop Familienreise

Da freuen wir uns wochen- oder monatelang auf den Urlaub, endlich ist der Tag X da und dann folgt die Ernüchterung. Die Erwartungen sind komplett andere und stimmen mit der Realität so gar nicht überein. Und wenn man checkt, dass man so richtig daneben gegriffen hat ist das alles andere als lustig, denn die meisten von uns haben nur begrenzt Urlaub. Und wer gibt schon gern zu, dass der Urlaub, das Hotel, der Mitreisende oder was auch immer total Schei… waren?

Ihr fragt Euch, ob ich heute einen Depritag habe oder etwas negativ drauf bin? Nein gar nicht, ich bin auf die Blogparade von Janine gestoßen, die auf ihrem Blog findinghummingbirds zur Blogparade „Reisetops und Reiseflops“ aufgerufen hat. Ich bin dabei, denn so gern ich reise, es ist auch auf Reisen nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, schick und schön. So mancher Sehnsuchtsort entpuppt sich als Mogelpackung und manchmal erlebt man an ganz unspektakulären Orten die wunderbarsten Dinge.

Den ersten Platz meiner persönlichen Top-Reiseflop-Liste belegt Ibiza. Damit meine ich nicht die Insel, sondern unseren Urlaub auf Ibiza. Und wer war Schuld? Na die lieben Kinderlein. Der Sohnemann ist quasi seit seiner Geburt fußballverrückt und wollte unbedingt in eine Fußballschule. Wir dachten, es ist eine gute Idee, ein Hotel mit Kinderbetreuung für die Kleine, Fußballschule für den Großen und Elternsportprogramm zu suchen. Ich hatte es genau vor Augen, glückliche Kinder, die mit ihren Freunden spielen während ich beim Pilates turne oder mit meinem Herzglitzer über das türkisfarbene Meer segele. Ahhh. Wir wurden fündig und buchten ein Hotel bei Santa Eulalia, das all das versprach. Normalerweise sieht unser Urlaub ganz anders aus, aber die Vorstellung war schon recht verlockend.

Auf Ibiza angekommen, überkam mich schon in der Hotellobby das erste Antigefühl. Durch ein Drehkreuz mit Chipkarte gelangten wir in die Hotelanlage. Das hat mich an die Londoner U-Bahn erinnert und irgendwie fühlte ich mich so abgeschottet wie bei Las Piranjas (ein Film mit Hape Kerkeling).

Die nächste Freude stellte sich beim Betreten des Appartements ein. Die zwei Zimmer entpuppten sich als ein Zimmer und ein Flur mit Etagenbett. Ich habe echt keine großen Ansprüche und ziemlich oft sehr einfach gewohnt, aber von diesem 4-Sterne-Appartement fühlte ich mich etwas vera… Ich könnte jetzt immer so weiter nölen. Das Restaurant war eine schlechtere Kantine, der Pool voller brüllender Halbwüchsiger, überall war es einfach laut und voll. Ok, das hätte ich noch wegstecken können, es war Hauptsaison, Sommerferien in Deutschland und gefühlt die Hälfte aller deutschen Familien hat hier Urlaub gemacht. Nein, das alles hat mir den Urlaub noch nicht verdorben, aber mein Herzensmann wollte nach zwei Tagen nach Hause und der ist sonst hart im nehmen.

Ich habe versucht, die Stimmung hochzuhalten, denn der Junior war in seiner Fußballschule richtig glücklich und sollte nicht unbedingt mitbekommen, dass wir es hier einfach nur ätzend fanden.

Reiseflop mit Familie

Wir versuchten uns zu arrangieren, wir haben es wirklich versucht, mein Mann wollte Tennis spielen, die Plätze waren ausgebucht (außer um die Mittagszeit / August, 40 Grad). Ich war beim Pilates, allerdings nur ein Mal, zu voll. Dann sind wir zum Wassersport, um uns einen Katamaran auszuleihen und wurden Tag für Tag vertröstet. Geklappt hat es nie. Schließlich gab es noch die Chance, tauchen zu gehen. Nun ratet mal ob es geklappt hat! Fast! Voraussetzung war eine ärztliche Bescheinigung. Dafür musste man sich beim Hotelarzt anstellen und 25,00 EUR löhnen. Dann konnte man wieder zur Tauchschule gehen, um zu hören, dass die Tauchgänge der nächsten Tage ausgebucht waren. Bravo und das war´s dann, keine Lust mehr auf irgendwas, nur noch auf einen Mietwagen und nach der Fußballschule weg, weg, weg.

Wenn ich mir heute die Fotos anschaue sehe ich gar keine frustigen Gesichter. (Es gibt allerdings auffallend wenig Bilder.) Trotz unseres Ärgers kann ich mich gut erinnern, wie sehr wir uns mit Erik gefreut haben, der jeden Tag etwas Neues in seiner Fußballschule gelernt hat und voller Begeisterung war.

Reiseflop mit Familie, IbizaReiseflops mit Familie, Ibiza

Ach schnief, ich weiß, liebes Ibiza, Du hast Besseres verdient und du kannst gar nichts dafür. Ibiza-Stadt ist toll und viele andere Ecken, Strände und Dörfchen auch. Vielleicht bekommst du ja eine zweite Chance, dann aber ganz sicher in einer Finca und ganz weit weg von einem Familienhotel mit großem Sportprogramm.

Und wie waren Eure Reisen so, alle super, rosarot und toll … oder gab es auch mal den einen oder anderen Flop?

3 Kommentare

  1. Also ich fand es auf Ibiza SUPER! Ich war in der Yogaschule Ibiza Yoga, morgens haben wir Yoga gemacht, nachmittags zu den Stränden gefahren oder gewandert. Auch im Cafe del Mar fand ich es besser als gedacht. Es ist allerdings schon 10 Jahre her….. Viele Grüsse von nebenan, Der Gute Reisende (und ich dachte ich wäre der einzige der von schlechten Reiseerlebnissen berichtet 🙂

    • Bist Du nicht 😉 Ich hopse nachher mal zu Dir rüber und schau mir mal Deine Reiseflops an.
      Irgendwann bekommt Ibiza eine zweite Chance, denn ich finde, das hat jeder verdient. Viele Grüße und bis morgen. Ines

  2. Pingback: Eure Reisetopps und Reiseflopps | Finding Hummingbirds

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