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In Botswana wächst die Leberwurst am Baum

Leberwurstbaum Botswana

Nach Botswana zieht es die meisten, um die Wildnis zu erleben oder die beeindruckende Tierwelt zu sehen. Wir waren weder in der Kalahari-Halbwüste noch im Okavango-Delta. Unser Abstecher nach Botswana galt dem Besuch bei Freunden. Da Gaborone direkt hinter der südafrikanischen Grenze liegt, konnten wir unseren Südafrika-Roadtrip super mit einem Besuch verbinden. Ne Quatsch, es war ja genau anders herum. Ich habe Sandi bei ihrem Wegzug aus Deutschland versprochen, dass wir auf jeden Fall vorbeikommen und haben dann unsere Tour durch Südafrika um Gaborone drumherum gestrickt.

Und was hat das alles mit diesem Baum zu tun? Eigentlich nicht so viel. Nur, dass er in Botswana wächst und ich den Kigelia Africana – den Leberwurstbaum – unbedingt sehen wollte. Ich bin zwar kein großer Wurstfan, aber so was sieht man ja nicht alle Tage.

Leberwurstbaum, sausage_tree_botswana

sausage_tree_botswana

Die Bäume werden ca. 15 Meter hoch und ihre Früchte sind in rohem Zustand für Menschen giftig. Verarbeitet dienen Rinde, Wurzel und „Leberwürste“ als Zutaten für Heilmittel gegen alle möglichen Wehwehchen.

Eine afrikanische Weisheit besagt, man möge niemals unter einem Leberwurstbaum nächtigen. Entweder wird man von den bis zu fünf Kilogramm schweren Früchten erschlagen oder von Elefanten zertrampelt, denn in Elefantenkreisen gelten die „Würste“ als Delikatesse.

Leberwurstbaum_Botswana

Und was haben wir gemacht, wenn wir nicht gerade Leberwurstbäume fotografiert haben? Wir haben uns Gaborone angesehen, ein mickriges Örtchen für eine Hauptstadt, und waren  auf unserer ersten Safari. Aber viel wichtiger war uns die Zeit, die wir mit Sandi und ihrer Familie verbringen konnten. Es ist spannend, wie der Alltag hier aussieht und lässt uns viele Dinge in Deutschland schätzen, die für uns völlig normal sind. Die Schule beginnt hier um 07.00 Uhr, im afrikanischen Sommer sogar schon um 06.30 Uhr. Der frühe Vogel fängt den Wurm, Abfahrt zur Schule kurz vor sechs, denn sie liegt am anderen Ende der Stadt. Einen Schulbus oder andere Transportmöglichkeiten gibt es nicht.

Auch der Umgang mit Strom und Wasser ist ein komplett anderer. Von 17.00 bis 22.00 Uhr wird der Verbrauch für alle Haushalte auf ein Minimum reduziert. Wer sich nicht daran hält, dem wird der Saft für die nächsten zwei Stunden komplett abgestellt. Also werden die Küchengeräte nur bis kurz vor fünf benutzt, die PC`s runtergefahren, Licht gedrosselt usw. Das scheint ziemlich umständlich, aber wenn man sich darauf einstellt, geht es ganz gut.

Gaborone_Three_Dikgosi_Monument_Botswana

Three Dikgosi Monument Gaborone

Wir sind sehr verwöhnt worden, haben viel geklönt, gegrillt, lecker gegessen und auch als Teilzeitvegetarier muß ich nochmal das Kudu-Springbockgulasch loben, sehr lecker. Die Bilder unseres Besuches werden hier nicht verbloggt, die landen im heimischen Familienalbum. Sorry.

Botswana_Afrika_mit_Familie

Immer, wenn es am schönsten ist, soll man Abschied nehmen. Dieser fiel mir besonders schwer. Tröstlich war nur, dass fast die komplette Südafrika-Reise noch vor uns lag und die könnt Ihr ja mit uns virtuell erleben.

Sonnenuntergang_Afrika


Botswana – gut zu wissen

Botsuana (deutsche Schreibweise) ist etwa so groß wie Frankreich und zählt zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Von den ca. 2,0 Millionen Einwohner leben 230.000 in der Hauptstadt Gaborone.

Zu den Naturschätzen des Landes gehören die Kanäle und Lagunen des Okavango-Deltas, die Kalahari-Wüste, Salzpfannen, die Victoria-Fälle und Safaris zu den „Big Five“. 38 Prozent der Landesfläche sind als Nationalparks, Wildreservate und Schutzgebiete ausgewiesen. Das Okavango-Delta wurde im Jahr 2014 von der UNESCO in die Liste der Welterbestätten aufgenommen.

Die Landessprache ist Setswana, Amtssprache ist Englisch. Die Währung in Botswana heißt Pula, was auf setswanisch soviel wie Regen bedeutet. Ein Pula sind 100 Thebe und für einen Euro bekommt man derzeit 11,00 Pula.

Die beste Reisezeit ist jederzeit. Selbst im Winter von Mai bis November sinken die Tagestemperaturen nur selten unter 20 Grad. Nachts kann es verdammt kalt werden. Wir waren im Juli in Botswana und die Temperaturen schwankten zwischen acht und 22 Grad. Die Sommer sind mit durchschnittlich 40 Grad Celsius sehr heiß, aber auch hier gibt es starke Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperaturen. Die Regenzeit dauert von Oktober bis März.

Ein dunkles Kapitel des Landes ist die hohe Anzahl der Aidskranken. Etwa 35 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ist infiziert. Damit nimmt Botswana den 3. Platz der Weltaidsstatistik ein. Im Gegensatz dazu ist die Kriminalitätsrate sehr gering, insbesondere im Vergleich mit den Nachbarländern.

Seid Ihr an Botswana interessiert? Dann könnt Ihr Euch hier informieren: Wikipedia, Auswärtiges Amt und Botswana Tourism. Falls Ihr schon dort wart, freue ich mich über Eure Tipps und Erfahrungen im Kommentarfeld.

Ich wünsche Euch ein traumhaftes Wochenende.


Afrika zum Weiterlesen:

 

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