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Garden Route #1: Die irren Jumper der Bloukrans Bridge

Storms River Bridge_Garden Route

Mit einer letzten Pirschfahrt nehmen wir Abschied vom Addo Elephant National Park. Gern wären wir länger geblieben, doch es wartet noch so viel auf uns. Heute geht es auf die Garden Route, Südafrikas berühmtesten Küstenabschnitt. Wir freuen uns wahnsinnig auf das Meer und sind überrascht, dass es erstmal richtig bergig wird.

Wo und was ist die Garden Route eigentlich?

Die Garden Route beginnt kurz hinter Port Elisabeth und erstreckt sich bis Mossel Bay, der Nationalstraße N2 folgend, fast immer an der Küste entlang. Mit ihrer abwechslungsreichen und atemberaubenden Landschaft ist sie eine der beliebtesten Gegenden Südafrikas. In meiner Vorstellung war die Garden Route ein sanfter Landstrich,  grün und voller bunt blühender Gärten. Aber sie ist alles andere als das. Bergketten, Schluchten, Wälder, Flüsse, Sandstrände und zerklüftete Küsten machen sie zu einem echten Highlight. Um die Schönheiten zu sehen, muss man die N2 immer wieder verlassen, entweder in Richtung Küste oder ins bergige Hinterland.

Garden Route Südafrika Strecke

Die Garden Route zwischen Storms River und Mossel Bay. Quelle: Google

Das erste Mal halten wir an der Storms River Bridge direkt an der N2. Hier beginnt gleichzeitig die Tsitsikamma Section des Garden Route National Park, ein richtig hammerartiges Stück Natur. Der Blick von der Brücke ist mächtig gewaltig, der Canyon hat sich tief in die Felsen geschnitten und zieht sich bis zum Meer. An beiden Seiten der beeindruckenden Brücke gibt es Aussichtspunkte und einen Rastplatz, den scheinbar auch die Paviane gern besuchen.

Storms River Bridge_Garden RouteStorms River Bridge_Garden RouteStorms River Bridge_Garden Route

Richtig krass wird es nur eine Brücke weiter. Die Bloukrans Bridge ist mit 216 Metern die höchste Brücke Afrikas und Treffpunkt der Adrenalin-Junkies. Zu ihrer Eröffnung 1984 war sie die höchste Brücke der Welt, heute ist der Bungee-Jump der höchste weltweit.

Bungee-Jumpen auf der Bloukrans Bridge

Die Bungee-Absprungstation liegt direkt unter der Straße. Am Hang gegenüber gibt es eine Art Besucherzentrum mit Restaurant, Aussichtsplattform und Anmeldung. Wir verfolgen das Treiben auf der Brücke von der Terrasse aus bis wir den Großbildschirm im Café entdecken. Dort sehe ich einen Typen im Jeanshemd, der gerade noch neben mir stand und sich jetzt in die Sicherheitsausrüstung wirft. Ich denke noch, oh nein, tu es nicht, aber da springt er schon. Vier Sekunden freier Fall. Alter Schwede! Muss man nicht total irre sein, da freiwillig runterzuspringen?
Meine Tochter reißt mich aus den Gedanken. „Mama, das ist cool, kann ich auch mal springen?“ Ich frage mich zum x-ten Mal, ob sie im Krankenhaus vertauscht wurde. Oder sie hat einfach mein Schietbüx-Gen nicht geerbt, denn ich steige ja noch nicht mal in die Achterbahn. Ehe wir uns versehen, steht schon die nächste auf der Brücke, Wahnsinn, wie viele Todesmutige es gibt.

Welthöchste Bungy Bridge Bloukranswelthöchste bungy brücke bloukrans südafrikaHöchste Bungee-Brücke der Welt Bloukrans Bridge

Ein Sprung kostet 850,- Rand (ca. 55,- EUR). Für Hasenfüße und Nichtspringer ist noch der Bridge-Walk im Angebot. Videos und weitere Infos zum Bungee-Jumpen findet Ihr unter www.faceadrenalin.com. Und falls jemand von Euch springen sollte, lasst es mich wissen.

Die Bloukrans Bridge liegt ca. 30 km östlich von Plettenberg, unserem heutigen Etappenziel. Für die meisten Besucher der Garden Route stellt sich irgendwann die Frage, Zwischenstopp in Plettenberg  oder Knysna.

     Plettenberg vs Knysna

Die Entscheidung ist nicht ganz einfach, beide sind charmante Küstenorte. Wir haben uns für Plettenberg (genannt Plett) aus praktischen Gründen entschieden. Aus Richtung Osten kommend liegt Plettenberg vor Knysna (gesprochen naisna, das K ist stimmlos) und für unsere Unternehmungen ist es der bessere Ausgangsort.

Die Fahrt vom Addo National Camp nach Plettenberg dauert inklusive Stopps dreieinhalb Stunden. Auch ohne Navi, finden wir unsere Ferienwohnung recht schnell, da sie direkt am Strand liegt. Wir haben uns gar nicht die Mühe gemacht irgendwas auszupacken, die Sonne strahlt und wir wollten einfach nur ans Meer. Und dann stehen wir endlich am Indischen Ozean. Ahhhhh. 🙂

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Plettenberg erweist sich für uns als gute Wahl. Von den Portugiesen entdeckt und Baia Formosa (wunderschöne Bucht) genannt, macht sie ihrem Namen alle Ehre. Die Strände sind traumhaft und der Ort selbst ist ein kleines Schmuckstück. Dass hier im Sommer der Bär steppt, glaube ich gern. Jetzt (im Juli) ist es hier ruhig, ist ja immer noch Winter. Einige Restaurants und Geschäfte sind geschlossen, genügend Auswahl gibt es dennoch. Wir essen abends im Restaurant „The Table“ und empfehlen es gern weiter. Die ganze Familie ist essenstechnisch glücklich, von Pizza bis Strauß ist alles dabei und sehr lecker. Für Familien mit kleinen Kindern ist „The Table“ doppelt empfehlenswert, es gibt ein liebevoll eingerichtetes Spielzimmer.

Unser erster Tag an der Garden Route geht zu Ende. Bei einem Glas Rotwein lassen wir ihn ausklingen und hängen unseren Eindrücken nach. Vor unseren Fenstern rauscht der Indischen Ozean, einer der Momente zum Festhalten. Gute Nacht Südafrika, wir freuen uns auf morgen.

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  5. Anne sagt

    tolle Bilder,sie wecken Erinnerungen.Klasse finde ich,daß die Kinder die vielen Erlebnisse so gut verkraftet haben. VG Anne

    • Vielen Dank. Die Kinder haben super mitgemacht und sich noch nicht einmal beschwert, dass wir so viel auf Achse sind und permanent umziehen. Ist ein Zeichen, dass es ihnen super gefällt. LG, Ines

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  7. Oh man. Toll toll toll. Die Sehnsucht wird größer und größer. Ich hoffe wir buchen am Wochenende unseren Flug 😀
    Danke fürs mitnehmen. 🙂

  8. Vielen Dank für die tollen Bilder und Berichte! Das weckt die Sehnsucht nach dem Traumziel Garden Route erneut. Aber mir wurde aus Sicherheitsgründen jetzt schon mehrfach abgeraten. Welche Erfahrungen habt ihr mit der aktuellen Sicherheitslage dort gemacht?
    Liebe Grüße
    Gela

    • Vorweg, unsere Südafrika-Reise war so traumhaft, dass wir zurückkehren möchten. Das Thema Sicherheit war dennoch allgegenwärtig und das von Johannesburg bis Kapstadt. Wir haben uns an die Empfehlungen gehalten, aber ich hatte trotzdem öfter ein mulmiges Gefühl und zwei Situationen waren etwas komisch. Wenn Du nicht allein fahren möchtest, gibt es doch die Möglichkeit, mit einer kleinen Gruppe zu reisen. Falls Du mehr wissen möchtest, immer gern. Liebe Grüße, Ines

      • Danke Ines! Ich reise erstmal mit euch weiter – und wenn ich meine kleine Gruppe zusammen habe, geht’s selbst los. Ich war einmal in Knysna komplett allein an den Heads und völlig angstfrei bei Begegnungen mit Schwarzen dort, kann mir gerade kaum vorstellen mit Kind zurückzukehren und die tolle Umgebung trotz mulmigem Gefühl zu genießen – aber das kann ja noch werden.
        Liebe Grüße Gela

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