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Psst, nur für Geheimnisbewahrer, ein Ostsee-Insel-Tipp

Steilküste Ostsee, Insel Poel

Wohin fahrt ihr nochmal? Öhhmm, habe ich schon mal gehört … Das ist doch irgendwo an der Ostsee, oder? Wo die Insel ungefähr liegt, das wissen die meisten, dort gewesen sind die wenigsten. Vielleicht liegt es daran, dass das Eiland im Schatten ihrer östlichen Schwestern Rügen, Usedom und den schicken Ostseebädern steht.

Die mecklenburgische Ostseeküste gehört zu meinen allerliebsten Landstrichen. Natürlich auch, weil sie für mich ein Stück Heimat ist. Strand, Sand, Luft, Sonne, Möwen, Meer – ist das nicht immer das Gleiche? Irgendwie schon und doch wieder nicht. Als ich noch an der Ostsee wohnte, habe ich die salzige Luft nicht wahrgenommen. Heute atme ich erstmal gaaaanz tief ein, wenn ich da bin und genieße. Als Küstenkind kenne ich viele Ecken an der Ostsee, aber noch lange nicht alle. Die Insel Poel habe ich bislang irgendwie übersehen. Gut, dass sich das in diesem Frühling geändert hat.

Die Insel Poel – Deutschlands siebtgrößte Insel

Poel liegt zwischen der Wismarer und der Mecklenburger Bucht. Mit ca. 2800 Einwohnern und 37 Quadratkilometern ist sie durchaus überschaubar. Wenn von Poel die Rede ist, dann ja eigentlich von der Insel, aber inzwischen heißt das gesamte Eiland mit allen Orten Ostseebad Poel. Die Insel macht einen verträumten Eindruck und ist mit ihren Sandstränden, der Steilküste, Salzwiesen und Schilfgürteln ein friedliches Stück Natur.

Unsere Homebase ist Poels Hauptort Kirchdorf im Inselsüden. Er liegt am Kirchsee, der sich fjordartig bis zum Hafen ins Land schneidet. Mit 1700 Einwohnern ist Kirchdorf auch der größte Ort, alle anderen Dörfer bringen es durchschnittlich auf 150 Einwohner. Namensgeber war die einzige Kirche der Insel, deren 47 Meter hoher Kirchturm weit sichtbar ist. Es lohnt sich, den Backsteinbau zu umrunden, hier stand früher eine Festungsanlage, von der zwar nicht mehr viel übrig ist, dafür gibt es herrliche Ausblicke über die Bucht bis nach Wismar.

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Von unserem Apartment haben wir einen grandiosen Blick auf den Kirchdorfer Hafen, die Inselkirche und den Fischkutter Kumm wedder. Bei Wind und Wetter gibt es hier frischen Fisch, Räucherware und leckere Fischbrötchen.

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Timmendorf-Strand

Timmendorf habe ich sofort ins Herz geschlossen. Als wir am späten Nachmittag ankommen, stimmt alles. Die Sonne scheint, der Strand ist fast menschenleer, es weht eine leichte Briese. Zuerst laufen wir am langen Sandstrand entlang, zur Freude der Kinder, denn hier gibt es ein paar Kletter- und Spielgeräte. Direkt hinter der Düne liegt der einzige Campingplatz der Insel.

Als wir zum Hafen zurückkommen, beobachten wir die einlaufenden Schiffe. Über uns thront der Leuchtturm, der seit 1871 das Bild des Ortes bestimmt. So langsam geht die Sonne unter und taucht den Himmel und das Meer in eine spektakuläre Farbpalette. Da stehe ich nun, genieße die Ruhe, starre in diesen Sonnenuntergang und habe mich festgeguckt bis meine Familie mich zum Essen ruft.

Leckere norddeutsche Hausmannskost gibt es in im Restaurant Zur Poeler Kogge, direkt am Hafen. Wir haben hier nicht nur lecker gegessen, sondern noch ´ne ordentliche Portion norddeutschen Charme dazu bekommen.

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Am Schwarzen Busch und Gollwitz

Was für ein merkwürdiger Name – Am Schwarzen Busch – so heißt das 60-Seelen-Dorf  tatsächlich. Die restgedeckten Häuser sind Ferienhäuser, nicht schlecht, oder? Der Sandstrand ist super und von hier gehts zur Steilküste Richtung Gollwitz.

Restgedeckte Ferienhäuser Am Schwarzen Busch Poel

Am Schwarzen Busch

Das Dörfchen Gollwitz zieht im Sommer in erster Linie Badegäste an. Gerade Familien mit Kleinkindern kommen gern an den Strand, da das Wasser hier so flach ist, dass (kleine) Kinder unbeschwert plantschen können. Für uns ist Gollwitz v.a. Ausgangs- und Endpunkt für Wanderungen entlang der Steilküste. Die kleine vorgelagerte Insel Langenwerder ist ein Vogelparadies und war das erste Seevogelschutzgebiet Mecklenburgs.

Blick auf Langenwerder, Vogelschutzgebiet bei Poel

Blick auf das Vogelschutzgebiet Langenwerder

Blick auf Langenwerder, Vogelschutzgebiet bei Poel

Auf den Sandbänken tummeln sich unzählige Seevögel

Die Steilküste zwischen Gollwitz und Am Schwarzen Busch

Die Steilküste ist traumhaft schön – wild, rauh, naturbelassen und an manchen Stellen fast 12 Meter hoch. Vom Schwarzen Busch nach  Gollwitz sind es ca. 4,5 Kilometer. Wir haben relativ lange gebraucht, auf umgestürzte Bäume klettern, Muscheln und Hühnergötter suchen, das dauert. Und die Ausbeute kann sich sehen lassen. Ich hätte am liebsten diese bizarren Wurzeln als Gartendeko mitgeschleppt.

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Wer nicht gut zu Fuß, mit Buggy oder ähnlichen Gefährten unterwegs ist, der kann den Wander-/Fahrradweg durch den Küstenwald oberhalb der Steilküste nehmen.

Nur Strand, sonst nix?

Weit gefehlt, doch eins ist klar, lange Promenaden mit schicken Geschäften und hippen Cafés gibt es hier nicht. Es ist alles da, nur kleiner, bescheidener ohne viel Schnickschnack. Es gibt noch viele Ecken, an denen es scheint, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Poel ist platt wie eine Flunder und damit perfekt zum Fahrrad fahren. Genauso gut lässt sich die Insel erwandern oder hoch zu Ross erleben. Poel ist eine Reiterinsel, es gibt ein Gestüt in Neuhof und einen Reiterhof in Timmendorf. Wassersportler gehen zum Kiten, Surfen oder Paddeln auch nach Timmendorf.

Ein Tipp für Familien ist der Indoorspielplatz Poeler Piratenland im Dorf Am Schwarzen Busch. Auf 800 qm kann ordentlich getobt, geklettert, gesprungen und gespielt werden. Mit weiteren Tipps halte ich mich lieber zurück. Wir haben die Zeit für lange Strandspaziergänge, bevorzugt an der Steilküste, Fisch essen und Müßiggang genutzt. Poel ist meine persönliche Neuentdeckung für ruhige Tage Meer mit viel Beschaulichkeit, Natur und frischer Luft.

Insel Poel_Kirchdorf_Hafen

„Kumm wedder“ – jo, so mak wi dat.

Dass wir wiederkommen ist klar und ich weiß jetzt schon, wohin es geht. Ins schnucklige Timmendorf und jeden Abend in den Sonnenuntergang starren. Na dann, ahoi 🙂

So kommt Ihr auf die Insel Poel

Poel ist nur einen Katzensprung von Wismar (15 km), Rostock (60 km) und Lübeck (84 km) entfernt. Die Fahrzeit von Berlin beträgt 2,5 Stunden. Bahnfahrer nehmen den Zug bis Wismar und fahren von dort mit dem Bus nach Poel. Fährzeiten gibt es nicht, da ein Brückendamm das Festland mit der Insel verbindet.
Die Orte Gollwitz, Am Schwarzen Busch und Timmendorfer-Strand haben ihre Parkplatze an den Ortseingang verlagert. Das hat den Vorteil, dass es in den kleinen Dörfern keinen Durchgangsverkehr gibt.

 

Kennst Du Poel oder hast Du einen anderen Tipp für die Ostsee? Dann freue ich mich auf Deine Empfehlung.


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15 Kommentare

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    • Ines sagt

      Trotz aller Rumreiserei gehört die Ostsee zu meinen Lieblingsflecken, zu jeder Jahreszeit wunderschön. LG, Ines

  6. Anne sagt

    Die Fotos sind wunderschön ,sie strahlen diese Superruhe aus, die man tatsächlich dort empfindet. VG

  7. Marc sagt

    Na sowas, da habe ich meinen eigenen Beitrag schon ganz vergessen – danke für die Erinnerung und das Verlinken.
    Poel ist eine komische Insel. Ich war schon ein paar Mal dort, hauptsächlich zum Kiten in Timmendorf und trotzdem vergesse ich die kleine Insel immer wieder. Dabei ist es wunderschön auf die Insel zu fahren, über das Wasser und die Felder zu schauen und in die Ruhe einzutauchen, die Poel ausstrahlt. Ich finde tatsächlich, dass man diese Ruhe sofort merkt.
    Poel ist klasse und jetzt weiß ich auch, dass ich da mal wieder hin muss!
    Liebe Grüße,
    Marc

  8. Liebe Ines,
    Poel ist immer noch so verschlafen?! Das ist toll! Ich war da vor 16 Jahren mitten im Hochsommer damals mit einer neuen Liebe. Entweder habe ich vor lauter Verliebtheit nix mitbekommen rundherum oder wir saßen wirklich weitab von den nächsten Sonnenuntergangsguckern. Schön dass manche Orte unentdeckt bleiben. Ich schwärme jetzt nicht vom Darß 😉 – und Danke fürs Verlinken!
    Gela unterwegsmitkind

    • Liebe Gela, dann hast Du ja sicher schöne Erinnerungen an Poel … ;-). Verschlafen ist das richtige Wort. Selbst über die Osterfeiertage war es so ruhig, Vorsaison hin oder her. Und natürlich ist der Darf auch wahnsinnig schön. Liebe Grüße, Ines

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