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Mal wieder in die Ferne schweifen: Sommerferien in Japan und Malaysia

Kyoto Geikos in Gion

„Weiter weg gehts wohl nicht?“ sagte eine Freundin als sie mich nach unserer Sommerreise fragte. Japan und Malaysia sind ziemlich weit weg, das stimmt. Aber wenn ich schon den Luxus habe, die Sommerferien frei zu haben, dann darf es auch etwas Besonderes sein. Mit dieser Reise bin ich in mein Sabbatical gestartet und Japan war der Wunsch meines Teenies für unseren Mutter-Sohn-Trip.

Seit ein paar Tagen ist im Hause der Viermal Fernweh-Familie der Alltag eingekehrt, denn bei uns sind die Ferien schon wieder vorbei. Nur ich darf noch die Füße hochlegen, denn ich habe noch drei Monate frei. Die Zeit werde ich unter anderem nutzen, um unsere Reise zu verbloggen und aus 1.500 Fotos die schönsten für Euch auszusuchen.

Für einen ersten Überblick nehme ich Euch schon mal mit nach Asien und zeige Euch unsere Reiseroute durch Japan und Malaysia.

Japan: Tokio – Hakone – Kyoto – Osaka

Gestartet sind der Sohnemann und ich Anfang Juli. Von Tegel ging es über Doha nach Tokio. Ich gebe gern zu, dass ich vor der Reise etwas Muffensausen hatte. Bislang bin ich überall auf der Welt klar gekommen, aber vor der Megametropole mit über 9 Mio Einwohnern hatte ich schon Respekt. Finden wir uns zurecht? Komme ich mit den zigtausend U-Bahnlinien klar, kann ich überhaupt ein Ticket kaufen? Versteht mich jemand oder verstehe ich nur Bahnhof? Ich hatte gelesen, dass eine Verständigung schwierig ist, da nur wenige Japaner halbwegs gut Englisch sprechen. Es war nicht immer einfach, schließlich haben wir jeden Zug bekommen und jeden Tempel gefunden.

Nach unserem ersten Tag in Tokio waren wir uns einig. Die Stadt ist der Hammer. Modern, spannend, sauber und extrem strukturiert. Für mich war sie auf den ersten Blick auch irgendwie leise. Niemand telefoniert in der U-Bahn, keine lauten Gespräche, kein Türengeknalle im Hotel – es erschien mir alles gedämpft. Generell habe ich die Japaner als ruhig und freundlich empfunden, der Umgang miteinander ist respektvoll. Ganz anders als im schrulligen Berlin.

Von den vielen Highlights Tokios haben wir nur einen Auszug gesehen, doch immerhin hat es für eine bunte Mischung aus Tokio-Tower, Tempel, Trendviertel und einiges mehr gereicht.

⇒ Hier geht es zum Reisebericht: Konichiwa | Tokio mit Teenager

Tokio_Blick vom Tokio Tower Tokio Asakusa TempelTokioTokio_Shibuya_Kreuzung

Die zweite Station der Reise war der kleine Ort Hakone. Hier wurde es richtig ländlich. Weit und breit keine Hochhäuser, dafür viel Grün, Natur und Wasser. Von hier wollten wir einen Blick auf Japans höchsten Berg erhaschen, aber der Fuji-san hat sich komplett in Nebel gehüllt.
Übernachtet haben wir in einem traditionellen Ryokan, aber essenstechnisch sind wir an unsere Grenzen gestoßen. Ich werde demnächst berichten.

Ryokan Hakone, JapanJapan Reiseroute, Tori am Ashi-See

In der alten Kaiserstadt Kyoto sind wir am längsten geblieben. Das war der Tipp von Freunden und sie haben Recht behalten. Ich hatte mich auf die vielen Tempel gefreut und die sind wirklich sensationell. Keiner ist wie der andere und es gibt Hunderte davon. In der Stadt der Geishas (in Kyoto heißen sie Geikos) haben wir tatsächlich zwei echte getroffen und durften sie fotografieren. Wunderschön anzusehen, oder?

Kyoto_Goldener TempelKyoto_InariKyoto_Bambuswald

Kyoto Geikos in Gion

Osaka, vierte und letzte Station, fällt etwas aus meinem Japan-Bild, das ich bis hierher hatte. Die Stadt ist bunt, laut, schrill, verrückt und irgendwie auch toll. Mit grell flackernden riesigen Leuchtreklamen bedient Osaka alle Klischees. Richtige Sehenswürdigkeiten gibt es wenige, im 2. Weltkrieg wurde hier viel zerstört. Glücklich werden in Japans zweitgrößter Stadt Schleckermäulchen und Shoppoholics. An jeder Ecke gibt es etwas Leckeres zu essen. Wir haben uns vor allem auf Sushi gestürzt, und das nicht nur, weil in Osaka Fließband-Sushi erfunden wurde, die Auswahl war einfach so großartig.

Osaka (Reiseroute Japan Malaysia) Osaka (Reiseroute Japan Malaysia)Osaka_Sushi Restaurant

Was uns an Japan besonders beeindruckt hat, ist die Höflichkeit der Menschen, die Sauberkeit und die Sicherheit. Dazu kommen die Hightechtoiletten (der Kracher) und die irren Züge, die megapünktlich sind. Wir waren in Japan ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs: mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, U-Bahn, Bus, Zahnradbahn, Boot und Taxi. Der Nahverkehr ist unfassbar gut organisiert und wie gesagt, immer pünktlich.

Shinkansen Japan

Wir wären gern noch länger in Japan geblieben, aber die Zeit ist verflogen und die Vorfreude auf die andere Hälfte der Familie hat den Abschied etwas leichter gemacht.

Malaysia: Großstadt – Regenwald – Highlands – Streetart – Traumstrand

Teil 2 unserer Reise startet in Kuala Lumpur. Wir hatten unsere Flüge so organisiert, dass wir fast gleichzeitig landen und dann gemeinsam zum Hotel fahren. Vater und Tochter kamen aus Deutschland und wir aus Osaka. Das war ein wunderbares Wiedersehen. Die Viermal Fernweh-Tochter flog in meine Arme und schnatterte sofort los, um mir in zwei Minuten die Ereignisse der letzten zwei Wochen zu erzählen.

Kuala Lumpur ist eine moderne Stadt, die leicht zu erkunden ist. Zwei Tage hatten wir Zeit für Petrona Towers, Chinatown, Zentralmarkt, Batu Caves und vor allem für den leckeren Nachtmarkt, der ganz in der Nähe unseres Hotels war.

Kuala Lumpur Petronas TowersKuala LumpurKuala Lumpur Batu CavesMalaysia, Markt

Was danach kam, war ein echtes Kontrastprogramm. Nach einer anstrengenden Fahrt mit Bus und Boot, kamen wir im Nationalpark Taman Negara an, dem vielleicht ältesten Regenwald der Welt. Hier waren wir in einer völlig anderen, wenn auch spannenden Welt. Während eines Nightwalks und einer Tagestour im Dschungel haben wir nach wilden Tieren, giftigen Schlangen, riesigen Spinnen und dicken Skorpionen Ausschau gehalten. Das eine oder andere Getier haben wir auch gesehen.

Taman Negara, MalaysiaTaman Negara Regenwald, Malaysia

Vom schwül-heißen Regenwald ging es weiter in kühlere Gefilde, die Cameron Highlands, Malaysias Obstgarten. Noch bekannter ist die Gegend für den Teeanbau. Die Teeplantagen sind wunderschön anzusehen, die geschwungenen Hügel sind mit einem saftigen Grün überzogen und wir konnten uns die Herstellung des Tees ansehen.
Der Temperaturunterschied zu Taman Negara von 13 Grad war willkommen, aber 20 Grad haben sich dann doch recht kühl angefühlt.

Cameron Highlands, Teeplantagen

Auf dem Weg nach Penang blieben wir noch eine Nacht in Bukit Merah, eine Mischung aus Hotel, Wasserpark und Orang Utan-Rettungsinsel. Das Ganze hatte 70er Jahre-Charme und schien wie aus der Zeit gefallen. Ich hätte mir den Aufenthalt hier schenken können, aber die Kinder hatten ihren Spaß im Wasserpark, wo sie fast allein waren.

Bukit Merah, Malaysia (Reiseroute Japan + Malaysia)

Alles, was wir bislang von Malaysia gesehen hatten, gefiel uns super. Doch auf Penang haben wir unseren Lieblingsort inklusive Lieblingshotel gefunden. Georgetown ist eine coole Socke mit fantastischer Streetart und einer unglaublichen kulinarischen Vielfalt. Wir haben mitten in der Altstadt gewohnt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Unzählige Male sind wir durch die Gassen geschlendert, haben immer wieder neue Kunstwerke entdeckt und uns von den Düften der vielen unterschiedlichen Küchen verführen lassen.

Georgetown, Penang (Malaysia)Georgetown (Malaysia) StreetartGeorgetown, Malaysia

Die letzten Tage haben wir uns auf Langkawi entspannt, einem echten Inselparadies mit palmengesäumten Sandstränden. Unser Hotel lag zwischen Meer und Regenwald und wurde gern von ganzen Affenbanden besucht.

Das Highlight der Insel ist die Sky Bridge, eine der spektakulärsten Fußgängerbrücken Asiens. Mit einer Gondel geht es hoch zur Aussichtsplattform auf knapp 700 Metern Höhe (flaues Gefühl im Magen inklusive). Die Brücke ist 125 Meter lang und unfassbar hoch. Die Aussicht ist sensationell, Thailand ist schon in greifbarer Nähe.

Langkawi, MalaysiaLangkawi, Affenbande im HotelSkybridge Langkawi, Malaysia

Langkawi Sky Bridge, Malaysia


Malaysia
ist ein eindrucksvolles Land, modern und traditionell zugleich. Was uns nachhaltig beeindruckt hat, sind die vielen unterschiedlichen Kulturen, die hier friedlich zusammenleben. Ganz egal, ob Malaien, Inder, Chinesen, Thais, Indonesier – wir hatten den Eindruck, dass die Menschen sehr tolerant miteinander umgehen.

Das war unsere Reiseroute in Kurzform. Naja, ich habe es wenigstens versucht, mich kurz zu fassen. Über die einzelnen Stationen schreibe ich noch ausführlich, versprochen.

Am Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit kommt keiner mehr vorbei und natürlich machen auch wir uns Gedanken darum. Mir ist es nach wie vor wichtig, mit meinen Kindern etwas von der Welt zu sehen, deshalb werden wir auch weiter reisen, aber mit Umsicht und Verstand. Das ist unserer erster Flug seit einem Jahr und die komplette Reise haben wir kompensiert.

Ich hoffe, Ihr hattet auch tolle Ferien und vielleicht verratet Ihr mir in den Kommentaren, wo Ihr unterwegs wart.


Hier findest Du (nach und nach) alle Artikel zu den einzelnen Stationen


 

17 Kommentare

  1. Das sieht ja echt traumhaft aus. Bei Malaysia kommen natürlich Erinnerungen hoch. Wir haben es echt geliebt. Aber Japan ist noch so ein Traum. Nur wann? Und vor allen Dingen wie? Über Land komme ich da ja schwer hin. Argh. Ich geißel mich ja leider sehr mit dem Thema. Wie dem auch sei. Deine Bilder sehen nach einer wunderbaren Reise aus. GlG, Nadine

    • Liebe Nadine,
      Lust auf Malaysia habe ich mir ja unter anderem bei Dir geholt, das Land ist einfach super schön.
      Dass Dich das Thema Fliegen umtreibt weiß ich. Ich mache mir auch Gedanken, was wir besser machen können, um den Planeten zu entlasten. Ich denke, wenn wir uns alle ein Stück bewegen, haben wir viel gewonnen. 100 Prozent schaffen, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens, nur wenige.
      Das war unsere erste Fernreise seit langem und wir haben sie komplett kompensiert. Das werde ich jetzt bei allen Flügen tun. Ganz verzichten möchte ich nicht, zu schön waren die Tage, die ich mit meinem Sohn allein in Japan verbracht habe, aber wir reisen natürlich auch inzwischen anders.
      Liebe Grüße, Ines

  2. Hallo Ines,
    wir waren von den Hightech-Toiletten in Japan auch absolut begeistert! 😀
    Tolle Reiseziele, auch in den Sommerferien. Es muss ja nicht immer nur Europa sein!
    Liebe Grüße,
    Valentin & Jasmin

    • Ines sagt

      Es ist wirklich lustig, alle sind von den japanischen Klos begeistert. 🙂
      Viele Grüße, Ines

  3. Anne sagt

    Mehr als beeindruckend und sehr kontrastreich,bei der Brücke bekommt man schon vom Zusehen Höhenangst aber ganz toll.

  4. Das Foto mit den beiden Geishas ist bisher mein Favorit! Und ja, die „Space-Shuttle-Trains“ auch! An (Südost-)Asien hab ich so viele wunderbare Erinnerungen, aber Japan scheint so krass anders zu sein. Bin gespannt! Toll, dass ihr Eure Reise kompensiert habt, hoffe Du animierst damit viele andere reisende Freunde 🙂
    Filakia, deine Drea

    • Ines sagt

      Vielen Dank 🙂
      Die Geishas waren auch ein echtes Highlight. Dass Japan krass anders ist, kann ich nur bestätigen, und nachhaltig beeindruckend.
      Liebe Grüße, Ines

  5. Liebe Ines,
    das ist ja ein toller Auftakt für dein Sabbatical! Japan bleibt mir fremd, es ist mir einfach zu städtisch, oder sollte ich sagen „naturfern“? Um eure Malaysia-Tour beneide ich euch dagegen ein bisschen. Was ich von dem Land gesehen habe (KL und Georgetown) hat es mir sehr angetan. Ein Nightwalk im Dschungel steht auch schon lang auf meiner Bucketlist. Ich bin gespannt auf weitere Einzelheiten.
    Genieß die freie Zeit!
    Liebe Grüße
    Angela

    • Ines sagt

      Vielen Dank, liebe Gela. Malaysia war so extrem grün, Regenwald überall und dass, obwohl auch dort schon so viel abgeholzt wurde. Da bist Du Naturfan ganz sicher richtig.
      Liebe Grüße, Ines

  6. Wow, das sieht nach einer wirklich mega spannenden Reise aus! Wir sind ja eigentlich noch überhaupt keine Asien-Gänger, aber das reizt einen nach dem Beitrag doch definitiv. Das ist so eine ganz andere Welt. Ihr hattet einen wirklich tollen Sommerurlaub.
    Diese japanischen Züge sind irgendwie so surreal und Malaysia absolut traumhaft.
    Vielleicht kommen wir da doch irgendwann mal noch hin 🙂

    • Ines sagt

      Asien ist so vielfältig, meine letzten Reisen dorthin waren noch ohne Kinder. Ich hatte schon lange Sehnsucht, da war Malaysia eine super Entscheidung, weil sich dort so viele Einflüsse aus ganz Asien vermischen. Japan fällt da aus der Reihe, aber die Mischung machts. 🙂
      Liebe Grüße, Ines

  7. Alexandra sagt

    Unser Familienurlaub hat uns zum 5.mal nach Schweden geführt. Sind mit unserem Kastenwagen täglich weitergefahren; der nördlichste Ort war heuer Söderköping am Götakanal. Wir haben wie immer wieder zauberhafte Plätzchen gefunden- traumhaft!

    • Ines sagt

      Schweden ist eines meiner Lieblingsländer, es gibt so viele wunderbare Plätze dort. Habt noch eine schöne Zeit und genießt die traumhafte Landschaft. Am Götakanal war ich noch nie, aber das muss ja nicht so bleiben. 😉
      Liebe Grüße, Ines

  8. Ich freue mich so sehr auf deine einzelnen Berichte. Natürlich bin ich ganz besonders gespannt, was du über Japan schreibst. Wie ihr es dort empfunden habt…und vielleicht auch nochmal ganz anderes entdeckt habt. 🙂

    • Ines sagt

      Ich habe fleißig Tagebuch geführt und bin jetzt selbst gespannt, was ich da für kleine Details aufgeschrieben habe. Im Moment habe ich immer unser Ryokan in Hakone und die Geschichte mit dem Essen vor Augen. 😉
      Liebe Grüße, Ines

  9. Judith sagt

    Wie immer toll geschrieben und ich habe die Orte förmlich vor Augen gehabt. Tolle Fotos! In Asien war ich auch noch nie, steht aber noch auf meinem Plan, vor allen Dingen Vietnam. Wir waren dieses Jahr drei Wochen an der Westküste der USA unterwegs. Es war toll. Letztes Wochenende war eine Crash-Kanada-Tour angesagt. Montréal, Ottawa und Toronto. Wir finden Reisen nachwievor sehr wichtig und werden es auch weiterhin tun. Gerade Kinder können dabei vieles lernen.

    • Ines sagt

      Vielen Dank, liebe Judith. Nutzt Eure Zeit, solange Ihr noch da seid. 🙂
      Liebe Grüße, Ines

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