Allgemein, Griechenland, Home, Reisen mit Kindern, Reisethemen, Reiseziele
Kommentare 18

Griechenland: Meteora-Klöster, Magie zwischen Himmel und Erde

Meteora Klöster, Griechenland

Kennt Ihr Meteora oder habt Ihr schon davon gehört? Ob ja oder nein, hier kommt eine Reisewarnung. Das Lesen dieses Blogpostes kann akutes Fernweh bzw. Griechenland-Sehnsucht auslösen. Die Meteora-Klöster sind nach der Athener Akropolos einer der meistbesuchten Orte Griechenlands. Schwer zu glauben, denn hierzulande ist die einmalige Landschaft relativ unbekannt.

Als wir in Kalambaka, am Fuße der Felsen, ankommen, sehen wir nichts mehr von der herrlichen Gegend. Es regnet und ist stockfinster. Ich bin so gespannt, ob ich etwas wiedererkenne. Für mich und meinen Herzensmann ist es ein Wiedersehen nach 19 Jahren. Aber die Kinder wissen nicht, was sie erwartet. Umso größer ist das Staunen, als wir am Morgen die Vorhänge öffnen und diese traumhafte Felsenkulisse direkt vor der Nase haben. Die Sonne scheint schon, doch der Nebel hängt noch zwischen den Felsen.

Meteora_Blick vom Hotel
Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es los. Weit kommen wir nicht, schon im Nachbardorf Kastraki bleiben wir auf einen Frappè hängen, um dieses fantastische Panorama zu genießen. Wir haben noch nicht einmal ausgetrunken, da hat die Viermal Fernweh-Tochter schon einen Rosenkavalier, der ihr mit verzücktem Blick zwei Rosen überreicht. Geschätze 80 ist der Verehrer und auch ohne Rose bin ich aufs Neue von der Herzlichkeit der Menschen berührt.

Meteora, KastrakiGriechenland Gastfreundschaft mit Rose

Für den ersten Tag haben wir uns drei Klöster vorgenommen. Das erste ist heute geschlossen. Dass Nummer zwei geöffnet ist, sehen wir schon von weitem. Touristenbusse säumen den Straßenrand und wir müssen wohl oder übel in den Massen zum Frauenkloster Roussanou aufsteigen. Seit dem 16. Jahrhundert thront es auf einem schroffen Felsturm. Der Weg führt steil über Treppen und eine kleine Brücke nach oben. Im Inneren summt es wie in einem Bienenschwarm, nur auf englisch, chinesisch, russisch … Der Ansturm ist zu groß für das kleine Kloster, wir sind schnell fertig. Der Ausblick vom Innenhof ist grandios, doch ich komme nicht zum Fotografieren. Hier tobt der Kampf um die beste Perspektive und erinnert mich an das Gedränge am Flughafen-Gepäckband.

Am Ausgang nehmen wir nicht den Weg zur Straße, sondern weiter nach oben. Hier sind wir fast allein und können die Landschaft in Ruhe genießen.

Meteora, Kloster Roussanou

Blick auf das Frauenkloster Roussanou

Meteora, Frauenkloster RoussanouMeteora Klöster Griechenland

Die nächsten Klöster sind schon zu sehen. Varlaàm und Megálo Metéoron, das „Große Kloster“. Megálo Metéoron wurde im 14. Jahrhundert gegründet und gehört zu den stark frequentierten Klöstern, da die Busse hier relativ nah an den Eingang kommen. Treppen steigen muss man trotzdem. Über 100 Stufen führen hinauf ins Kloster, das in 600 Metern Höhe liegt. Strickleitern gibt es nicht mehr, aber einen Seilzug vom Nachbarfelsen.

Aufgrund der Größe erscheint das Kloster nicht so überfüllt wie Roussanou. Die Reisegruppen und Schulklassen verteilen sich besser auf die Hauptkirche, den Hof und das Museum. Der Innenhof ist herrlich bepflanzt und auch hier gibt es wieder diesen gigantischen Ausblick auf die Steinsäulen und die Ebene.

Meteora Kloster Megalo MeteoronMeteora, Blick auf Megalo MeteoronGrand MeteoraMeteora, Kloster Megalo MeteoronMeteora Klöster, Megalo MeteoronMeteora, Kloster Megalo Meteoron, KlosterkücheMeteora, Blick auf Kalambaka, Kastraki

Meteora, Kloster Varlaam

Blick auf das Mönchskloster Varlaam

Am Nachmittag gönnen wir uns eine Verschnaufpause in einer gemütlichen Taverne in Kastraki. Schon am Abend kehren wir auf die Felsspitzen zurück. Für eine kleine Wanderung und, um den Sonnenuntergang zu erleben. Die Felsen sind schon in ein mattes Licht getaucht. Die Reisebusse sind verschwunden, nur ein paar Fotofreaks mit Kameras und riesigen Objektiven sind noch unterwegs.

Die Szenerie ist magisch. Die bizarren Felssäulen ragen aus der thessalischen Ebene in den Himmel und schimmern abwechselnd in beige, gelb und rosa. Wir können uns gar nicht satt sehen an diesem Naturwunder.

Meteora Klöster, Sonnenuntergang Meteora Klöster, GriechenlandMeteora Klöster, Sonnenuntergang Meteora Klöster, Sonnenuntergang Meteora Klöster, Sonnenuntergang

Am nächsten Morgen starten wir bei herrlichem Sonnenschein zu Fuß. Vom nördlichen Ende Kalambakas wandern wir zum berühmten Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit, Agia Triada. Den Ruhm hat das kleine Kloster niemand Geringerem als Roger Moore alias James Bond zu verdanken. Im Film „In tödlicher Mission“ klettert 007 an einer Strickleiter den 565 Meter hohen Felsen hinauf (obwohl es schon seit fast 100 Jahren eine Treppe gibt).

Eine gute Stunde sind wir unterwegs. Obwohl es heiß ist und nur steil nach oben geht, wird nicht gemault. Der Weg zwischen den Felswänden ist herrlich, mit kleinen Überraschungen am Wegesrand.

Griechenland SchildkröteMeteora Wanderung

Meteora Kloster Agia Triada

Das Kloster Agia Triada ist nicht so leicht zu erreichen, daher sind wir fast allein. Die Faszination bleibt, hier oben zu stehen, der Himmel ist nur eine Armlänge entfernt, die Häuser im Tal winzig klein. Ich kann nachvollziehen, warum sich die Gläubigen ausgerechnet diesen Platz aussuchten, um ihrem Gott nahe zu sein.

Meteora, Kloster Agia TriadaMeteora Blick vom Kloster Agia Triada Meteora Blick vom Kloster Agia Triada

Wir sind zwei Tage und zwei Nächte in Meteora. Auf dem Weg nach Thessaloniki verbringen wir noch zwei weitere Tage an der Olympischen Riviera (am Meer). Das war für die Kinder gedacht, hat sich aber als Fehler herausgestellt. Das Wetter war nicht so doll und mit der Riviera sind wir auch nicht warm geworden. Da sind wir lieber wieder Richtung Berge nach Litochoro am Fuße des Olymps und Katerini gefahren. Aus Fehlern lernt man, beim nächsten Mal bleiben wir gleich vier Tage in Meteora (mindestens), das wünschen sich auch die Viermal Fernweh-Kinder.

Noch ein paar Tipps rund um die Meteora-Klöster

Meteora bedeutet „über der Erde schwebend“. Bevor es die Klöster gab, kamen im 11. Jahrhundert Einsiedler, um in den Höhlen ein asketisches Dasein zu fristen und Gott nahe zu sein. Die ersten Klöster entstanden im 14. Jahrhundert. Wir fragen uns immer wieder, wie kam der erste Mönch auf die Felsspitze? Wie wurde das Baumaterial nach oben gebracht? Was war zuerst da? Der Mönch, der Seilzug?
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Menschen, Materialien, Nahrung usw. in Netzen oder Seilzügen bzw. über Strickleitern nach oben gebracht, dann wurden Treppen zu den Klöstern gebaut.

Meteora Klöster und Höhlen

Heute könnt Ihr noch sechs Klöster besuchen. Drei Nonnenklöster (Roussanou, Agia Triada,  Agios Stéfanos) und drei Mönchsklöster (Varlaàm, Agios Nikólaos Anapafsás und Megálo Metéoron). Seit 1988 gehören die Meteora-Klöster zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Reinkommen: Preise | Öffnungszeiten | Kleidung


Öffnungszeiten

Kloster Roussanou:  täglich von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet (mittwochs geschlossen)
Megálo Metéoron:   täglich von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet (dienstags geschlossen)
Kloster Varlaàm:      täglich von 09:00 -16:00 Uhr (freitags geschlossen)
Kloster Agia Triada: täglich von 09:00 – 17:00 Uhr (donnerstags geschlossen)
Agios Nikólaos Anapafsás:  täglich von 09:00 – 15:30 Uhr (freitags geschlossen)
Agios Stefanos:  täglich 09:00 – 13:30 + 15:30 – 17:30 Uhr (montags geschlossen)

Im Winter gelten andere Öffnungszeiten. Auf der Meteora-Webseite könnt Ihr Euch genau informieren: infotouristmeteora.com.

Der Eintritt kostet 3,00 EUR pro Person (je Kloster), Kinder sind kostenfrei.

Wie überall, heißt es auch in Meteora, je eher, desto besser (oder je später). Entweder kommt man gleich am Morgen oder kurz vor Schließung der Klöster. Die Klöster, die nicht so leicht zu erreichen sind, wie das Agia Triada, waren angenehm leer.

Kleidungstipp für die Klöster

Für die Klöster gibt es eine Kleiderordnung. Frauen in Hosen bekommen eine Art Schürze oder Rock. Miniröcke, Shorts und ärmellose Shirts sind nicht erwünscht. Und doch sieht man sie immer wieder, die halbnackten Ignoranten. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wie man so engstirnig sein kann.

Meteora Kloster Grand MeteoraMeteora Kloster Grand Meteora

Kastraki und Kalambaka

Kastraki ist das Dorf, das den Klöstern am nächsten liegt. Hier kann man, genau wie in Kalambaka, direkt an der Felswand wohnen oder zu Wandertouren aufbrechen.

Kalambaka ist das touristische Zentrum für Meteora-Besucher. Die Kleinstadt hat zig Hotels, Pensionen, Restaurants und Geschäfte. Auf der Hauptstraße gibt es eine kleine Touristeninformation. Hier könnt Ihr Euch über die besten Plätze und Zeiten des Sonnenuntergangs oder Touren in die Berge und zu den Klöstern erkundigen. Im Angebot sind Wander- und Mountainbike-Touren, Halbtages(bus)trips zu den Klöstern oder Klettertouren. Die Felsen von Meteora gehören zu den beliebtesten Wander- und Kletterregionen Griechenlands und sind das Traumziel vieler Bergsteiger.

Wir haben uns in beiden Orten wohl gefühlt und können deshalb sowohl Kalambaka als auch Kastraki als Basis empfehlen.

Klettern an den Meteora-FelsenKalambaka, Meteora

Anreise nach Meteora

Die Meteora-Klöster liegen in Thessalien, östlich des Pindos-Gebirges. Mit dem Flieger steuert Ihr am besten den Flughafen von Thessaloniki oder Volos an. Von dort geht es mit dem Mietwagen weiter. Wir haben unseren bei Sunny Cars* gebucht. Von Thessaloniki sind es ca. drei Stunden, von Volos etwa zwei Stunden bis Kalambaka/Meteora. Wenn Ihr aus Athen kommt, plant ungefähr vier Stunden Fahrzeit ein.

Meteora lässt sich übrigens super mit einem Urlaub auf den Inseln verbinden. Zum Beispiel auf den nördlichen Sporaden Skiathos und Skopelos, Fähren gehen ab Volos. Auch auf den ionischen Inseln seid Ihr relativ schnell. Von Kalambaka fahrt Ihr ca. drei Stunden nach Igomenitsa und setzt dort über nach Korfu.

Übernachten am Fuße der Meteora-Felsen

Am dichtesten kommt Ihr den Felsen, wenn Ihr in in Kalambaka oder Kastraki übernachtet. Wir haben eine Weile gesucht, denn zu viert ist es nicht immer so einfach, etwas Erschwingliches zu finden. Mit dem kleinen Epavlis Meteora Suites Hotel haben wir genau das Richtige gefunden.

Das Hotel scheint relativ neu zu sein. Die wenigen Zimmer sind schön eingerichtet, der Blick auf die Felsen ist fantastisch und Maria & Spiros sind die geborenen Gastgeber. Es liegt ruhig am Rande von Kalambaka, von hier könnt Ihr direkt los wandern, z.B. zum Kloster Agia Triada.

Zum Hotel geht es hier entlang: Epavlis Meteora Suites Hotel 

Meteora, Hotel Kalambaka

Der Garten des Epavlis Meteora Suites Hotel

Meteora Hoteltipp


*Herzlichen Dank an Sunny Cars für die freundliche Unterstützung.

Noch mehr Griechenland-Tipps

18 Kommentare

  1. Pingback: Wohin in Griechenland? Ein Fahrplan für die griechische Inseln

  2. Schaut toll aus! Ich war in Griechenland bisher auch immer nur am Meer (ist schon ewig her) . Die Geschichte mit den geschenkten Rosen ist echt lieb. Und den Eintritt in die Klöster habe ich mir viel teurer vorgestellt, 3 €, das ist wirklich günstig.

    • Vielen Dank Gudrun. Wir haben schon so viel Gastfreundschaft erlebt und für Kinder reißen sich die Griechen ein Bein aus, das berührt mich immer wieder. Wenn Deine Griechenland-Reise schon so lange her ist, dann wird es Zeit, oder? 😉 Liebe Grüße ins schöne Österreich. Ines

  3. Pingback: Good bye summer - Willkommen Herbst | Reiseblog Viermal Fernweh

  4. Liebe Ines,
    bin zutiefst beeindruckt, und du hast mich ehrlich überrascht! Verbinde immer Griechenland mit Bildern vom blauen Meer, weißen Stränden und weißen Häusern (was ja nicht zu verachten ist). Dabei ist Griechenland ja so viel mehr (was mir mein griechischer Kollege auch immer wieder bestätigt).

    Toller Bericht!!
    LG
    Hartmut

    • Ines sagt

      Hej Hartmut, lieben Dank. Das blau-weiße Griechenland mag ich auch sehr, aber Meteora ist ein wirklich spezieller Ort, gerade wenn man sich etwas Zeit für Klöster und Landschaft nimmt. Vielleicht rutscht Griechenland jetzt doch mal auf Deiner bucket list nach oben ;-). Liebe Grüße an Dich und Deinen griechischen Kollegen, der Dir bestimmt von Hellas vorschwärmt. Ines

  5. Pingback: Mamma Mia - so schön ist Skopelos - Viermalfernweh

  6. Pingback: Mamma Mia-Insel Skopelos. Wo sich Donna und Sam das Ja-Wort gaben.

  7. Pingback: Inselhoppen oder Inselhüpfen - Tipps für die Kykladen

  8. Pingback: Ein Städtetrip nach Athen - Reisetipps zwischen Antike und Moderne

  9. Pingback: Wo surfen die coolen Kerle? Auf Paros, der kleinen Kykladeninsel

  10. Pingback: Sichere Reisezielen für Familien? Gibt es sie noch? Und welche sind es?

  11. Ach Ihr lieben Reisenden, endlich war Metéora dran! Wenn ich an meinen (unseren) Besuch zurückdenke, hab ich eine Träne der Erinnerung im Äuglein. Und wenn ich es reibe, dann sieht es heute fast nochmal so schön aus auf deinen Fotos!
    Ihr habt direkt an den Felsen gewohnt? Wie cool ist das denn? Einfach morgens oder abends da sein, zwischendurch mit den Einheimischen in Kontakt kommen, entspannt die Dörfer, Natur und Aussichten genießen, mega! Und dann noch so ein süßes Hotel. Ich verstehe gut, warum ihr besser geblieben wärt… Next time, Du schreibst es ja selbst 😉
    Danke Dir auch für die ausführlichen Runduminfo´s, das erleichtert eine Planung ungemein! Bis bald, deine A.

    • Das ging mir auch so koukla, habe immer an unsere Tour gedacht. Es ging ja schon los, als wir in Thessaloniki gelandet sind, da habe ich mal direkt die Sonnenbrille aufgesetzt.schluchz Wie gerne wäre ich noch auf die Chalkidiki abgebogen, aber dafür hat die Zeit nicht gereicht. Die ist dann beim nächsten Meteora-Trip mit dran. Filakia poli

  12. Meteora muss so krass der Hammer sein! Da will ich schon ganz lange hin! Aber irgendwie liegt es halt doch mitten in der Pampa … das bilde ich mir zumindest ein, ich war ja noch nie da 🙂
    Wegen dem Andrang: Ihr wart da jetzt während der Sommerferien? So als Griechenlandexpertin… wie wird das wohl in den Herbstferien sein? Ich finde nämlich, dass das die besseren Sommerferien sind 🙂

    Liebe Grüße
    Marc

    • Wir waren fünf Tage dort, hatten zu Christi Himmelfahrt ein verlängertes Wochenende. In Kastraki und Kalambaka fand ich es relativ leer, vor den Klöstern „stapeln“ sich die Busse. Wenn man in der Gegend übernachtet, kann man gleich früh an den Klöstern sein oder zum Agia Triada laufen (keine Busse). In den Sommerferien würde ich nur fahren, wenn es noch weiter an die Küste oder zu den Inseln geht. In den Herbstferien (Ende Oktober) ist das Wetter in Nordgriechenland schon recht unsicher (falls das ein Thema ist). Vielleicht doch lieber im Frühjahr? Liebe Grüße, Ines

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.